Abgrenzung des Themas

Marketing betrifft uns alle. Wir sind als Konsumenten in der heutigen Zeit von einer Informationsüberlastung betroffen (vgl. Kroeber-Riel/Esch, 2004, S.13 zitiert nach Stenger, 2012, S.3). 3000-5000 Werbebotschaften erreichen uns täglich (vgl. Belz/Schögel/Arndt, 2008, S.6; Langner, 2009, S.13 zitiert nach Stenger, 2012, S.3), weshalb wir nicht in der Lage sind, all diese Informationen zu einer Marke aufzunehmen und nur ein kleiner Bruchteil tatsächlich unser Bewusstsein erreicht (vgl. Esch/Wicke/Rempel, 2005, S.15; Häusel, 2008, S.70 zitiert nach Stenger, 2012, S.3).

 

Dazu kommt die veränderte Mediennutzung vor allem aufgrund des rasanten Anstiegs der Internetnutzung. Neben dem TV ist das Internet mit seinen sozialen Netzwerken ein Leitmedium für die Kommunikation zwischen Konsumenten und Werbenden. Eine Studie der EIAA untersuchte Aufwendungen für Online Marketing-Maßnahmen europäischer Unternehmen, welche 2010 um 7,6% und 2011 nochmals um 15% anstiegen (vgl. Stenger, 2012, S.4). Social Media Dienste wie Twitter, Facebook und YouTube werden bereits von 60% der größten Marken genutzt (vgl. Universität Oldenburg & Construktiv, 2009, S.5).

 

Veränderte Rahmenbedingungen führen deshalb dazu, dass klassische Werbeformen zunehmend durch alternative Wege ersetzt werden. Beispielsweise bevorzugen immer mehr Konsumenten glaubwürdige und persönliche Empfehlungen von Freunden und Bekannten als Informationsquelle. Auch virale Werbevideos nehmen einen immer größeren Stellenwert im neuen Marketing ein (vgl. Stenger, 2012, S.6).


Auch wenn es vermutlich immer mehr Unternehmen geben wird, die virales Marketing für Werbezwecke nutzen, so gibt es dennoch relativ wenige Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet. 

 

Mit diesem Internetprojekt möchte ich die wenigen Studien nutzen, um Motive für die Weiterleitung von Markenbotschaften am Beispiel viraler Online-Videos aufzuzeigen, schwerpunktmäßig jedoch auf das darin angewandte Experteninterview als eine Methode der qualitativen Sozialforschung eingehen sowie den Bezug zur Bildungswissenschaft herstellen.